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Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen bei Hunden aus verhaltensmedizinischer, neurobiologischer und humanpsychologischer Sicht

Tagesseminar mit Robert Mehl und Sophie Strodtbeck am 24.9.2017

Hunde haben ein Gehirn, das im Aufbau und in den wesentlichen Funktionen dem eines Menschen ähnelt. Genau wie beim Menschen kann die Funktion dieses Organs durch unterschiedliche Ursachen beeinträchtigt werden. Dann kann es zu Verhaltensstörungen kommen, die dem Hundehalter Probleme bereiten und auch Hundetrainer oft ratlos machen. Auf der Grundlage der im Seminar vermittelten Kenntnisse über die verhaltensmedizinischen und neurobiologischen Ursachen von Verhaltensstörungen können Hundetrainer und Hundehalter eine neue Perspektive auf die psychischen Auffälligkeiten ihres Hundes gewinnen und Ideen für Therapieansätze entwickeln.

Auf leicht verständliche Art nähern wir uns zunächst der grundlegenden Funktionsweise des Gehirns und finden uns anhand auffälliger Landmarken in diesem komplexen Organ anatomisch zurecht. Dann folgt ein Rundgang durch das Hormonsystem und die Organe des Hundes, die mithilfe von Botenstoffen Einfluß auf die Funktion des Gehirns nehmen.

In Anlehnung an die Klassifikation psychischer Störungen beim Menschen (ICD-10) sprechen wir dann über die Definition psychischer Störungen und Verhaltensstörungen bei Hunden. Dabei verlassen wir die bekannten Gefilde biologischer Definitionen von Verhaltensstörungen und gehen neue Wege in Anlehnung an die Humanpsychologie. Dabei werden die wichtigsten psychischen Störungen kurz vorgestellt: Angststörungen, Traumafolgestörungen, Zwangsstörungen, ADHS, verhaltensbezogene Suchterkrankungen und andere Störungen der Impulskontrolle (Stereotypien).

Anhand von zwei Beispielen, übersteigerter Aggression und Angststörungen, werfen wir einen tiefen Blick in die Seele des Hundes und verstehen das komplexe Zusammenspiel von Neuroanatomie, Hirnfunktionen, Hirnstoffwechsel, Hormonen und Verhalten.

Der Einfluss von Genetik, Umwelt und Lernen wird verständlich und welchen Einfluß eine Kastration und die Ernährung auf das Verhalten haben können, so dass wir Ideen für Therapieansätze entwickeln und vorhandene Therapieansätze kritisch beurteilen können.

Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und Hundehalter, die sich für die verhaltensmedizinischen und neurobiologischen Ursachen und Zusammenhänge bei der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht bearbeitet. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.